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Upcoming: touching reverberations – tina omayemi reden mit Melody Chua, Martha Mutapay, Tapiwa Svosve, Ursula Vogel / Opening: December 1, 17-19h /



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colorize my mind

Silvan Kälin, Željka Marušić, Victorine Müller
13.5. – 18.6.2022


Finissage mit einer Performance von Monica Germann & Daniel Lorenzi

Ein Projekt von Lucia Coray, Ursula Palla, Annalies Walter





Colours in the mind - the colour of mind - colorize my mind... Eine andere Wahrnehmung, eigene Wahrheiten, unterschiedliche Realitäten, Dunkelkammer oder Farbenrausch…

Künstler*innen kreieren mitunter ihre eigenen Wahrheiten und Realitäten. Ihre geistigen Rettungsinseln sind wie Fluchtorte vor einer Welt, die den Menschen viel abverlangt, ihre Arbeiten werden Produkte ihres fantasievollen geistigen Universums, Ausdruck von Widerstand, Energie und Kraft. Eine eigene und eigenwillige, erfinderische Realität wird zur bunten Gegenwelt des Alltags, zur Vision, die Zuversicht und Stärke gibt im täglich zu Bewältigendem. Künstler*innen lassen uns mit ihren Arbeiten teilhaben an ihrem Kosmos, sie beleben unseren Geist und können als Gegenentwurf zur politischen und gesellschaftlichen Realität gelesen werden.

Drei Künstler*innen - drei unterschiedliche Herangehensweisen, drei Positionen, die beeindrucken:

Željka Marušić
Die Arbeit Traum und Trauma kreist um das Thema des Bewusstseins und dessen Verbindung mit dem Körper. Bei traumatischen Erfahrungen wird besonders deutlich, wie Emotionen oder Gedanken sich im Körper niederschlagen und über Jahrzehnte nachwirken. Um die Komplexität dieser Fragen greifbar zu machen, formte Željka Marušić aus Brotteig ein Hirn. Die Masse ist plastisch, formbar, aus ihrem Innern werfen unsichtbare Lebensvorgänge Blasen an die Oberfläche. In der Verwendung von Schaumstoff zeigen sich weitere Aspekte wie das Leichte, Immaterielle, aber auch Illusionistische des Bewusstseins. (Kurztext zur Arbeit Traum und Trauma von Judith Annaheim)
Traum und Trauma: Beides lokalisieren wir im Kopf, wenn auch mittlerweile bekannt ist, dass Traumen im gesamten Körper sich verankern können. Während ein Trauma einengt und uns in die Vergangenheit zurückzieht, öffnet aktives Träumen Fenster in die Zukunft – energetische Zustände, die alle irgendwo ihre Schnittstelle zum Körper haben.
Verschiedene Stationen aus dem Arbeitsprozess treffen sich in einer fragmentartigen Anordnung auf mehreren Zugangsebenen, die auch das erst bruchstückhafte Wissen über das Bewusstsein spiegelt. Darin bildet das Hirn das zentrale Bildelement, während Referenzen zur Evolution als rätselhafte Symbole dazugestellt sind. Tief unter unserer Hirnrinde verankert, prägen auch Reptilienhirn und Säugerhirn unser Bewusstsein und unser Verhalten. In Siebdruck auf Schaumstoff oder Leinen gedruckt, regt dieses elementare Vokabular zur Frage an, von welchen Impulsen wir unser Leben bestimmen lassen.


Victorine Müller
Die Performance - in Victorine Müllers Werk nach wie vor der wichtige Dreh-und Angelpunkt - findet in den letzten Jahren auch in den Bergen statt, in der Natur, allein, ohne Publikum, aber direkt vor einer auf der Bergwiese oder im Wald aufgestellten Kamera. Die Haut aus Plastik, die den Körper der Performerin in eine eigene Sphäre fasste, ist verschwunden. Die Künstlerin steht im sorgfältig ausgewählten Ausschnitt von Landschaft und vor der etwas vom Geschehen weggerückten Linse einer laufenden Kamera, die einfache Performance-Handlungen festhält.
Im Fall von Rock thront ein mächtiger Stein, in dessen Faltungen die Künstlerin wie selbstverständlich ihren Platz eingenommen hat – Gleichklang von Mensch und Natur.
Eingetaucht in die raue Landschaft gibt sich die Künstlerin den Elementen hin. Fokussiert auf den Moment vertraut sie der Natur. Als verletzlicher Körper bietet sie sich den Kräften der Natur an, nimmt das Spiel auf, wird zur Partnerin.
Und immer ist da ein geheimnisvolles Licht, das uns entgegenstrahlt und gefangen nimmt.

Silvan Kälin
In der Ausstellung präsentiert Silvan Kälin seine in Brasilien entstandene Plakatserie Solta ou Prende sowie die neu entwickelten Arbeiten Wunderscheibe und Prende welche als gedankliche Anknüpfungen zu verstehen sind.
Die Arbeit Solta ou Prende basiert auf den umgangssprachlichen Bezeichnungen «solta» (loslassen) und «prende» (halten) und wird in Zusammenhang mit Ernährung als Verdauungseigenschaft verstanden. Der Künstler hat die auf dem Markt in Recife, Brasilien, vorgefundene Vielfalt von Früchten und Gemüsen illustriert und im risographischen Druckverfahren eine kleine, sehr farbige Publikation geschaffen (2014). Es ist ein «Ernährungs Guide» entstanden der aber weitere Interpretationen für die Begriffe «loslassen» und «halten» eröffnet.
Die nun in der Schweiz zum ersten Mal präsentierte Plakatserie ist eine Neuauflage (2017) der Publikation in Plakatform.
Mit der neuen Arbeit Wunderscheibe knüpft Kälin an die Dichotomie der Begriffe «Solta ou Prende». Die Arbeit basiert auf dem Thaumatrop (griechisch thauma „Wunder“, trope „Wendung“: Wunderscheibe), das Spielzeug des 19. Jahrhunderts und Vorläufer des Kinos, bei welchem durch optische Täuschung zwei Bilder verschmelzen. In der Videoarbeit experimentiert der Künstler mit dem Thaumatrop als Medium zum Verschmelzen und Verwandeln von dichotomischen Zeichen. (Text: Die Organisatorinnen)


Mark