A Part Apart – Nicole Hoesli & Reynold Reynolds



  • Eröffnung Donnerstag 6. November ab 18 Uhr
  • 7. November bis 13. Dezember 2008
  • Öffnungszeiten Do – Sa, 14 bis 18 Uhr

Ausstellung, Screening und Gespräch wurden konzipiert von Elodie Pong

Zum Abschluss ihres 2-jährigen Atelierstipendiums der Stiftung BINZ39 hat die Künstlerin Elodie Pong eine Ausstellung zu zeitlichen und psychologisch erfahrbaren Räumen, dargestellt im Medium der Videokunst, konzipiert. Selber Videokünstlerin, lud sie die junge Zürcher Künstlerin Nicole Hoesli (*1980, lebt und arbeitet in Zürich) und den bereits etablierten amerikanischen Künstler Reynold Reynolds (*in Alaska, lebt und arbeitet in Berlin und New York) ein.

Nicole Hoesli
Installationsansicht Binz39 von Nicole Hoesli, Riesenrad (2008)

The Rundown movies

Reynold Reynolds
Installationsansicht Binz39 Reynolds Reynolds, Secret Life (2008)


Nicole Hoesli

Monsters vs. Aliens hd

Im Mittelpunkt Hoeslis Schaffen steht die Auseinandersetzung mit Projektionen und Installationen, die auf eine Veränderung der Raumwirkung und –Erfahrung des Rezipienten zielen. Der Ausstellungsraum wird architektonisch adaptiert und in der Projektion öffnen sich ungeahnte Räume und Nischen. Videoprojektionen dringen bis an die Decke vor, oder sie scheinen in der Unendlichkeit zu zerfließen. Die optischen Abbilder werden direkt auf das räumliche Umfeld appliziert und es entsteht eine eindringliche Beziehung zwischen projizierter Darstellung und der Raumarchitektur. Die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und der Erfahrbarkeit von Raum, Zeit und Bewegung sind für die installativen Arbeiten Hoeslis zentral.


Nicole Hoesli, Escalator, 2006

Nicole Hoesli, Allee, 2008
Nicole Hoesli, Installationsansichten von Escalator, 2006 & Allee, 2008

Im ersten Raum der BINZ39 zeigt Hoesli drei Arbeiten die zwischen 2006 und 2008 entstanden sind. In einer Raumecke sind Wand und Boden mit einer Spiegelfolie bedeckt. Auf eine unbedeckte Wand wird ein Viertel eines in der Nacht gefilmten Riesenrades projiziert. Die Arbeit Riesenrad (2008) blinkt und dreht sich in Viertelsegmenten gegeneinander. Das Fragmentarische wird in der Spiegelung zwar zu einem Ganzen zusammengesetzt, jedoch verhalten sich die Einzelteile durch Verkürzungen und Verschiebungen wie Bruchstücke einer neuen, noch nie gesehenen räumlichen Welt. Die Arbeit Allee (2008) wird zu einem Erlebnis unmessbar sich auftuender Weiten: Der Besucher begibt sich in einen vermeintlichen Raum, der sich als ein unendlich fortsetzender Gang entpuppt. Ein einzeln projizierter Baum wird durch Spiegelung hundertfach multipliziert und reiht Baum an Baum zu einer nächtlichen Allee. Die älteste Arbeit Escalator war Teil ihrer Diplomarbeit aus 2006 an der HGK in Zürich. Eine Rolltreppe bewegt sich unentwegt aufwärts, durch die Decke hindurch in eine nicht betretbare Welt. Nicht nur durch die Form des sich ewig Fortsetzenden (Rad das immerzu dreht, Treppe die immerzu fährt und Bäume die sich unendlich wiederholen) sondern auch durch die nicht sichtbaren und weggelassenen oder nur angedeuteten Räume, wird eine Stimmung von Momenten der Ewigkeit und Unendlichkeit erzeugt.

Reynold Reynolds

Im zweiten Raum der BINZ39 zeigt Reynold Reynolds eine neue zweiteilige Videoinstallation. Secret Life (2008) stellt den ersten Teil eines dreiteiligen Zyklus dar, der die unsichtbaren Konditionen des Lebens abtastet. Eine Frau ist gefangen in einer Wohnung, die langsam zum Leben erwacht. Ihre Gedanken verlassen ihrem Körper und werden zu lebendigen Pflanzen, die aus ihr heraus in den Raum hinein wachsen. Während die Pflanzen ihren Weg bahnen, übernehmen sie den Raum und bedrohen somit die Frau in ihrer Existentialität. Der Raum wird erweckt zu aktivem Leben und Zerstörung; das einst familiäre wird beängstigend, das Fremde wird zum Freund. Der Betrachter mag fragen: ist es ihr Geist oder ist es die Zeit selber, die diese unkontrollierte und unkontrollierbare Umgebung formt? Kontrolliert sie, die Frau die Umgebung oder wird sie von ihr kontrolliert? Schläft sie oder schlafwandelt sie? Der Betrachter weiß nicht, ob er ein menschliches Wesen vor sich sieht oder einen Automaten. Sie bewegt sich mechanisch, ist bei Bewusstsein und vergisst im anderen Moment wieder: Während die Zeit linear wahrgenommen wird, ist der Raum ein Uhrwerk das zirkular und iterativ läuft.

Reynold Reynolds, aus Secret Life, 2008

Neben dem Physikalischen lotet Reynolds die seelische Abschirmung zwischen Mensch und ihrer Umgebung aus. Mit seinen experimentellen Filmen, seinen Beschreibungen von Menschen, führt er vor Augen, in was für einem kleinen Rahmen wir Menschen die Realität wahrnehmen. Die Dichotomie von Natürlichem und Künstlichem, Realität und Bild, Substanz und Symbol, Wahrheit und Fiktion zieht sich durch sein gesamtes Werk hindurch.


WERKLISTE
1. Raum: Nicole Hoesli

  • Riesenrad, 2008, Spiegelfolie, Projektion Loop 6min, ohne Ton
  • Allee, 2008, Spiegelfolie, Videostill, Projektion, ohne Ton
  • Escalator, 2006, Projektion auf Brett, Loop 40sec

2. Raum: Reynold Reynolds

  • Secret Life, 2008, 2-Screen Videoinstallation, Loop 5min, 16mm Film übertragen auf DVD / Credits: Woman: Helga Wretman; Cinematography by Carlos VasquezProduced by Anamarie Michnevich; Produktion Design: Daniele Fermani; Art Department: Michelle Letelier; Set Construction: Thomas Maurer, Charles Green; Post-Production Director Visual Effects: Carlos Vasquez; Additional Cinematography: Daniele Fermani; Music: Hannes Strobl


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HABITAT AND UTOPIA

Screening kuratiert von Impakt – www.impakt.nl
Donnerstag 20. November ab 19 Uhr

Filme von Bernhard Marsch, Shelly Silver, Michael Gibson & The Jacksons, AL+AL, Oliver Payne & Nick Relph, Mike Mills & Air

Anschliessend Diskussion moderiert von Dagmar Reichert – Kulturwissenschaftlerin mit Franziska Koch – Künstlerin, Isa Stürm – Architektin, Patrick Huber – Leiter Kunstraum Walcheturm & Videoex Festival

AL+AL, aus Perpetual Motion in the Land of Milk and Honey, 2004
Shelly Silver, aus What I’m Looking For, 2005

Seven quests for happiness, intimacy and perfection in contemporary urban settings. From futuristic fantasies to hard social realism and from intimate and sometimes somewhat sad encounters between complete strangers to world wide happiness.

The artistic duo Al + Al from Great Britain presents a scientist who wants to put his work at the service of mankind but finds a pop-icon in his way. It is as if Al + Al want to surpass Jeroen Bosch with their bizarre and at times unfathomable worlds. Their work also seems to reverberate with the echo of a music video made 23 years earlier for ‘Can you feel it’ by the Jacksons. In this cosmic dream of happiness, Michael and his brothers descend on earth as demi-gods disseminating love and solidarity in the hearts of the people. Oliver Payne and Nick Relph offer a sharp contrast with their fierce and militant analysis of the social processes and political powers that determine and change the modern metropolis. Two other works take a small scale perspective on happiness. In ‘Wohnhaft’ by Bernard Marsch, we take an intimate look in the apartment of an obsessive collector. With her beautiful work ‘What I’m Looking For’, Shelly Silver shows how the meaning of the concept of intimacy is changing under the influence of urbanisation and modern means of communication. The final music video of the program is a track that will bring back happy summer memories for almost all of us: ‘All I need’ by Air.

Listing of films:

Wohnhaft – Bernhard Marsch

(Germany 2004, 9 min, originally 35mm, screened on video)

Just like people houses can sometimes be read like a book. Pictures from the past, failed love affairs and an obsessive urge to collect.

What I’m Looking For – Shelly Silver

(USA 2005, 15 min, video)

A personal ad by the artist reads: “I am looking for people who would like to be photographed in public revealing some part of themselves (physical or otherwise). No other relationship will take place outside of being photographed.” This 15-minute high definition video narrates an adventure – a somehow fictionalized version of strange intimacies or connections between the subjects and the artist. It is the tale of the interface between public space and the Internet, photography and moving images, desire and the act of seeing – and of a woman who photographs men.

Can you feel it – Michael Gibson & The Jacksons

(USA 1981, 4 min. video)

The Jacksons created a mini-movie music video to accompany their Triumph album which culminates in computer-enhanced images of the Jacksons as benevolent giants sprinkling glittering magical dust over the world.

download The Shadow movie

Perpetual Motion in the Land of Milk and Honey – AL+AL

(UK 2004, 6 min, video)

Perpetual Motion in the Land of Milk and Honey is about one of the AL’s grandfather, James Brown, an inspired engineer and inventor. The film simulates his quest for the secret of perpetual motion with an end goal of giving free “power to the people”. During a telephone conversation with the Lamb of God, Britney Spears sabotages this attempt to discover the laws of nature in order to further her own hunt for infinity. This conflict results in a series of alchemistic events, concluding in a land flooded with milk and honey.

Dead Mans Shoes download

Like earlier works this piece is chock-full of symbolism, new-age-isms and references to Hieronymus Bosch, classical mythology and pop culture. ‘Perpetual Motion in the Land of Milk and Honey’ is a digital video epic in which the makers seem to criticize the modernist conception of science and encroaching philistinism in an increasingly scary and capitalist society.

Driftwood – Oliver Payne & Nick Relph

(UK 1999, 23 min, video)

Sincerely and overwhelmingly romantic, Driftwood pulls focus in and around the inner city of London, questioning the uses of urban archeology and monitoring civil behavioural devices. Skateboarding’s appropriation of the city’s urban environment is the focal point of a psycho-geographical journey that flickers between the macro and the micro, the personal and political, utopianism and reality.

All I Need – Mike Mills & Air

(USA 1998, 5 min, video)

If it could only be always that simple. Californian Sunsets, idyllic suburbs, perfect skate tracks and the love of your life.

download The Dead Zone dvd


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Kontakt

Stiftung BINZ39
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CH – 8005 Zürich

Tel: +41 (0)44 271 18 71

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